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Via de la Plata

Via de la Plata

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Inhaltsverzeichnis

Die Vía de la Plata (wörtlich: Silberstraße/weg), in einigen Regionen auch Ruta de la Plata genannt, ist eine alte römische Handels- und Heerstraße im Westen Spaniens. Sie führt aus dem trockenen und heißen Süden der Iberischen Halbinsel hinauf nach Norden, zu den Wälder und Wiesen Galiciens.

Anfang der neunziger Jahre wurde die Vía de la Plata als Pilger- und Wanderweg neu markiert, und verbindet - mit einigen Abweichungen und erweitert um ein paar Varianten - als ununterbrochener Pilger- und Fernwanderweg Sevilla in Südspanien, mit Santiago de Compostela, der Hauptstadt der Region Galicien in Nordspanien.

Die historische Route führt von Sevilla bis nach Astorga in Kastilien und Leon (ca. 710 km) und trifft dort auf den Camino francés, die Hauptroute der spanischen Jakobswege. Das letzte Teilstück der historischen Route zwischen Zamora und Astorga wird gelegentlich auch als Camino Astorga bezeichnet.

Noch wird dieser Pilgerweg nicht so oft begangen. Neben klimatischen Gründen (im Süden sommerliche Gluthitze) ist es wohl auch die sehr lange Strecke, die einem Ansturm entgengensteht. Hin und wieder sind wegen des großes Abstands zwischen einigen Herbergen lange Tagesetappen erforderlich. Ein ursprüngliches Spanien mit freundlichen, hilfsbereiten Bewohnern kann hier noch entdeckt werden.

Verlauf der Vía de la Plata
Verlauf der Vía de la Plata

Eingestreut in die menschenleere Landschaften finden sich historisch bedeutsame Zeugen der römischen, maurischen und spanischen Kultur. Spätestens seit Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste, haben Städte wie Salamanca oder Mérida, Eingang ins Bewustsein ein breiteren Öffentlichkeit gefunden.

Nördlich von Zamora zweigt in Granja de Moreruela der Camino Sanabrés von der traditionellen Strecke ab. Diese Wegführung führt nördlich der Grenze zu Portugal, über Ourense direkt nach Santiago de Compostela.
Im allgemeinen wird die Strecke von Sevilla über Ourense als Vía de la Plata bezeichnet. Die Vía erweitert das Netz der spanischen Jakobswege um weitere 1.000 Kilometer.

In nahen Einzugsbereich (manchmal auf gemeinsamer Trasse) dieser Fernwanderroute, verläuft eine namensgleiche historisch-touristische Autoroute. Dabei handelt es sich um die Fernstraße N-630, die Sevilla mit Gijon verbindet.

Pilgerausweis

Für die Übernachtung in den Herbergen am Weg wird ein Pilgerausweis benötigt. Es ist egal, ob es sich um einen offiziellen Ausweis der Jakobusgesellschaften handelt, um den offiziellen Ausweis für die Via de la Plata (gibt es in der Kathedrale in Sevilla und in der Pilgerherbege in Salamanca), oder um ein einfaches Stempelheft, wie es zahlreiche Wandervereine anbieten.

Hinweis: Angeblich soll es die Pilgerurkunde in Zukunft nur noch gegen Vorlage des originalen Pilgerausweises geben. Dadurch soll das Erschleichen der Compestela mit nachgemachten Stempeln erschwert werden.

Für den Erhalt der Compostela - das ist die Pilgerurkunde - müssen die letzten 100 km zu Fuß, alternativ die letzten 200 km mit dem Fahrrad oder dem Pferd zurückgelegt werden.

Markierung

Vom Anfang der Vía an der Kathedrale in Sevilla, bis zu ihrem Ende in Santiago de Compostela, ist die Strecke auf der ganzen Länge sehr gut markiert. Durchgehend führen gelbe Pfeile, in Galicien zusätzlich Markierungssteine mit gelber Muschel auf blauem Grund, den Wanderer oder Pilger nach Norden. In Gegenrichtung (von Norden nach Süden) ist die Vía de la Plata nicht markiert.

In den Orten und Siedlungen die die Vía de la Plata durchquert, sind die Markierungen sehr oft auf dem Straßen- oder Gehwegbelag, an den Bordsteinen oder ganz unten an den Hauswänden angebracht. Diese Art der Markierung erschwert natürlich das frühzeitige Erkennen von Richtungsänderungen verhindert aber, dass die Pfeile mit Plakaten überklebt werden..

Das Gleiche gilt auch für die weiten, offenen Ebenen der Meseta. Sträucher, Bäume und Mauern sind dort Mangelware. Der gelbe Pfeil findet sich sehr oft auf den gemauerten oder betonierten Rändern der Wasserdurchlässe an den Wegkreuzungen.

Im Stadtzentrum von Santiago de Compostela ist die Vía de la Plata nicht markiert!

Zurzeit wird in Spanien das Fernstraßennetz zügig ausgebaut. Auch der Landschaft im Bereich der Vía de la Plata bleibt davon nicht unberührt. Neben teils erheblichen Eingriffen in die Natur, ist dadurch auch der Wegverlauf der Vía betroffen. So kann es vorkommen, dass auf einigen Kilometern kein Weg mehr zu erkennen ist oder die Markierung verschwunden ist.

Klima

Die Vía de la Plata führt durch alle Klimazonen der spanischen Halbinsel. Im Sommer kann es auf den überwiegend schattenlosen Wegen in Süd- und Zentralspanien unerträglich heiß werden. Im Winter können die Berge im Norden und Zentralspanien (Kastilisches Scheidegebirge) tagelang von Schnee bedeckt sein.

In Andalusien und in der Extremadura werden in den Sommermonaten die Rekordtemperaturen Europas gemessen. Im Winter dagegen klettert das Thermometer an vielen Tagen auf ideale Wandertemperaturen, dafür kann es in den Nächten, besonders bei den häufigen Nord- und Westwinden, kalt werden.

In Galicien bestimmt der nahe Atlantik mit seinen vielen Tiefdruckgebieten das Wettergeschehen. Ausgiebiger Regen, der oft tagelang anhalten kann, löst sich im Frühjahr und Herbst schon mal mit Nebeltagen ab. Mitunter fällt im zeitigen Frühjahr der Regen in den Bergen an der Grenze zwischen Galicien (Padornelo) und Kastillien-Leon als Schnee. In Extremfällen kann die Schneehöhe in den Bergen mehr als 50 Zentimeter erreichen, der dann auch länger liegen bleibt.

Dazwischen liegt die spanische Hochebene mit heißen Sommertagen. Kalt und stürmisch kann es im Frühjahr und Herbst werden. Wenn es auch die nicht die Regel ist, in sehr strengen Wintern können auch hier die Wege aufgrund der Schneelage unpassierbar sein. Im zeitigen Frühjahr sinken die Temperaturen nachts häufig bis unter die Nullgradgrenze ab. Frühmorgendlicher Reif und gefrorene Pfützen sind um diese Jahreszeit nicht selten.

Die geeigneste Jahreszeit für eine durchgehende Wanderung von Sevilla bis Santiago de Compostela, sind das Frühjahr und der Herbst. Im Frühjahr kann es zwar auch länger anhaltende Regenfälle geben, welche die kleinen Bäche anschwellen lassen, aber angenehme Tagestemperaturen machen das wett.

Das fürs Frühjahr gesagte trifft auch auf den Herbst zu. Im Herbst führen die Bäche und Rinnsaale in der Regel nicht viel oder kein Wasser mehr. Dafür ist die grüne Landschaft vom Jahresanfang braun und verbrannt.

Unterkünfte

Auf der Vía de la Plata ist das Netz der Pilgerherbergen oder Unterkünfte die von den Gemeinden betreut werden noch nicht so dicht wie auf dem Camino francés. Bis auf Galicien, in dieser Region werden die Herbergen von der Regionalregierung unterhalten, variieren Zustand und Ausstattung der Unterkünfte sehr stark. Von der Luxusunterkunft, deren Preis dem eines einfachen Hotels entsprechen kann, bis zum kostenlosen Notlager reicht die Spanne. Viele Herbergen erwarten eine angemessene Spende oder verlangen bei Ankunft einen festen Betrag. Die sehr guten Herbergen in Galicien sind grundsätzlich kostenlos. Eine Spende wird auch in deiesen Häusern gerne gesehen.

In den Herbergen kann man in der Regel nur einmal übernachten und Reservierungen sind ebenfalls nicht möglich (Ausnahme: touristische Herbergen). Die Betten/Lager werden nach dem Zeitpunkt des Eintreffens vergeben. Bei gesundheitlichen Problemen oder extremen Wettersituationen wird meist von dieser Regel abgesehen. Viele Herbergen entlang der Vía haben keine feste Hospitalera/o oder werden von ehrenamtlichen Helfern betreut. Einige Unterkünfte sind leerstehende Häuser die von den Gemeinden als Pilgerherbergen zur meist kostenlosen Benutzung zur Verfügung gestellt werden. Dabei kann man schon mal auf Häuser treffen die nicht (oder nicht mehr) regelmäßig betreut werden.

Hotels und Hostals gibt es in beinahe jedem größeren Ort am Weg. Lokale Feiertage, Märkte und Messen sind oftmals der Grund, dass diese Unterkünfte gelegentlich ausgebucht sind. Im Zweifel oder wenn Wert auf eine Hotelunterkunft gelegt wird, sollte man einen oder mehrere Tage vorher anrufen.

Bitte beachten: Bis auf die privaten Herbergen/Unterkünfte und die Herbergen in Galicien sind beinahe alle preiswerten Herbergen nicht beheizt. Im Winter kann die Temperatur im spanischen Binnenland nachts bis unter Null Grad sinken. Die um diese Jahreszeit nur selten genutzten Häuser kühlen dann vollständig aus. Zudem werden einige Unterkünfte mangels Pilgeraufkommens im Winter nur in großen Abständen gereinigt.

Die von der Regionalregierung in Galicien unterhaltenen Unterkünfte verfügen zwar grundsätzlich über eine Heizung (gelegentlich nur Elektroradiatoren), im Winter sind die oft tagelang aus. Auch hier lohnt es mangels Nachfrage in dieser Jahreszeit nicht die Häuser zu heizen.

Campingplätze gibt es nur sehr wenige am Weg und werden deshalb hier nicht weiter berücksichtigt. Wildzelten ist verboten.

Weil die Herbergsituation auf der Vía de la Plata einem steten Wandel unterliegt, werden bei den Etappen keine Unterkünfte genannt. Ein relativ aktuelle deutschsprachige Aufstellung gibt es auf der Seite von jakobus-info.de

Etappen

Die Etappeneinteilung ist willkürlich gewählt. Mit Hilfe der Wander- und Pilgerführer kann man sich sehr einfach die an den eigenen Bedürfnissen angepasste Etappen zusammenstellen. Bei den Kilometer- und Höhenangaben handelt es sich um ungefähre Angaben.

Alle Höhenangaben stammen aus der spanischen Wikipedia.

Sevilla - Guillena

Die Vía de la Plata nimmt ihren Anfang an der Westseite der Kathedrale. Zuverlässig führen die gelben Pfeile (oft in Bodennähe oder dem Bordstein) durch die Altstadt zur Brücke über den Rio Guadalquivir, der überquert wird. Durch die Vororte der andalusischen Hauptstadt geht es meist über den Randstreifen der Autostraßen nach Santiponce. Am Ortsausgang dieser Kleinstadt befinden sich die sehenswerten Ruinen der ehemaligen Römerstadt Itálica. Hier wurden die römischen Kaiser Trajan (53 n. Chr) und Hadrian (76 n. Chr.) geboren.

Hinter Santiponce zweigt der Weg auf eine breite, bis auf wenige Knicke schnurgerade Piste ab, und führt entlang großer Felder nach Norden. Etwa anderhalb Stunden vor dem Etappenziel muss eine Furt durchquert werden. Bevor die Orangen-Plantagen und der Friedhof am Ortsrand von Guillena erreicht wird, muss nochmals ein Bach überquert werden.

  • Länge: 23 km
  • Höhenangaben: Sevilla 7 m, Santiponce 18, Guillena 28 m
  • Anmerkungen: Die Furt ca. 6 km vor Guillena ist nach starken Regenfällen sehr tief. Wenn in Guillena ein Unterkommen nicht gesichert ist, kann man in Santiponce (mehre Hotels) die Etappe beenden und am nächsten Tag bis Castilblanco de los Arroyos durchgehen.
  • UNESCO-Welterbe: Sevilla - Kathedrale, Alcázar und Archivo General de Indias

Guillena - Castilblanco de los Arroyos

Diese relativ kurze Etappe führt nach dem Durchqueren eines kleinen Gewerbegebiets in einem leichten, langezogenen Aufstieg zu einer durch Zäune und Gatter gesicherten Dehesa (Landgut). Hinter dem ersten Zaun zeigt sich Andalusien von seiner schönsten Seite. Unter schattenspendenden Stein- und Korkeichen weiden Kühe, das grüne Gras lädt zu einer Pause ein. Nach Verlassen des Landguts, steigt der Weg zur Landstraße hinauf. Nach Castilblanco de los Arroyos geht es entweder über die Straße oder den teils zugewachsenen Trampelpfad daneben.

  • Länge: 18,5 km
  • Höhenangaben: Guillena 28 m, Castilblanco de los Arroyos 313 m
  • Anmerkungen: Alle Gatter, Zäune und Tore müssen in dem Zustand verlassen werden, wie sie vorgefunden wurden. Das heißt: offene Gatter bleiben offen, geschlossene Gatter müssen wieder geschlossen werden. Bis Galicien müssen unzählige Weidezäune gequert werden.

Castilblanco de los Arroyos - Almadén de la Plata

Die erste Hälfte dieser Etappe geht über die Asphaltdecke einer breiten, jodoch wenig befahrenen Landstraße. Nach gut 15 Kilometern zeigen die Markierungspfeile nach rechts, zum Tor des Naturparks El Berrocal. Ein schmales Asphaltsträßchenführt hinab zum ehemaligen Landgut (heute Wirtschaftsgebäude des Parks), dem Namensgeber des Parks. Nach einer Weile wechselt die Vía auf auf breite, unbefestigte Forstwege, die kurz vor dem Anstieg zur Anhöhe vor Almadén, in einen halb zugewachsenen Wiesenweg übergehen. Der steile aber kurze Anstieg zu den Aussichtspunkten oberhalb des Etappenziels, geht auf der Bergkuppe in ein grobsteinigen und steilen Abstieg über. Nach einem knappen Kilometer wird der Ortsrand von Almadén de la Plata erreicht.

  • Länge: 29 km
  • Höhenangaben: Castilblanco de los Arroyos 313 m, Almadén de la Plata 450 m

Almadén de la Plata - Monesterio

Almadén de la Plata kann auf zwei verschiedenen Wegen verlassen werden. Der landschaftlich schönere, aber auch anstrengendere Weg führt durch die Hügel nördlich des Dorfs und erreicht vor El Real de la Jara die Landstraße. Der Eigentümer der Finca über deren Grund diese Variante führt, hat seit einiger Zeit das Betreten seiner Ländereien untersagt. Die Einwohner empfehlen bis zur rechtlichen Klärung, dass man über die wenig befahrene Landstraße (auf die der eigentliche Weg auch trifft) nach El Real de la Jara geht. Mittlerweile (Herbst 2007) soll der Weg über das Gelände der Finca wieder frei zugänglich sein.

Hinter El Real de la Jara wird die Vía de la Plata über einen wunderschönen, von alten Steinmauern begrenzten Weg weitergeführt. Hinter Stein- und Korkeichen taucht eine alte Grenzfestung auf. Bis ins Mittelalter sicherte diese Burg die Grenze zwischen Andalusien und der Extremadura. Heute krönen zahlreich Storchennester die verfallenden Türme der Burgruine.

Mit dem Überschreiten des kleinen Bachs, trifft man erstmals auf graue Granitquader mit gelben oder grünen Quadraten. Zusätzlich zu den gelben Pfeilen wird in der Extremadura die Vía mit diesen Steinen markiert. Die gelbe Tafel zeigt den Verlauf des heutigen Pilgerwegs an. Grün weist auf den historischen Verlauf hin. Eine gelb/grüne Markierungstafel zeigt an, dass der Wanderweg über die seit dem Altertum bekannte Route verläuft.

Weiter geht es durch Wiesen bis zur Autobahnbaustelle. Eines Tages soll diese Autobahn den Norden Spaniens mit dem Mittelmeer verbinden. In einem langen, sanften Anstieg geht es entlang der Nationalstraße 630, gelegentlich durch den unteren Talgrund, hinauf nach Monesterio. Bis zur Eröffnung der Autobahn, muss diese Kleinstadt die ihren Namen dem nahen Kloster verdankt, einem starken Durchgangsverkehr verkraften.

  • Länge: 36 km
  • Höhenangaben: Almadén de la Plata 450 m, El Real de la Jara 465 m, Monesterio 755 m
  • Anmerkungen: Durch den Autobahnbau auf den letzten Kilometern vor Monesterio, kommt es immer wieder zu einer kurzfristigen Verlegung der Vía. Im Zweifel sollte man der N-630 folgen (Achtung: bis zur Eröffnung der Autobahn viel Verkehr).

Im Bereich des gesperrten Teilstücks zwischen Almadén de la Plata und El Real de la Jara, steht ein Gedenkstein der an José Luis Salvador, den Gründer der "Asociación de Amigos del Camino de Santiago Via de la Plata" erinnert. Beim Malen gelber Pfeile erlag er an dieser Stelle an den Folgen einer Herzerkrankung. Er war der Mann, der in jahrelange Vorarbeit die Route des Pilgerwegs austüftelte und die ersten Wegmarkierungen malte. An seinem Todestag legt der heutige Vorstand Blumen an der Stelle nieder, an der er seinen letzten gelben Pfeil gemalt hat.

Monesterio - Fuente de Cantos

Am Ortsausgang wechselt der Pilgerweg wiederum in ein landschaftlich schönes Gebiet. Anfangs bestimmen alten Steinmauern, alte Steineichen mit ihren dunkelgrünen Blättern, sowie Korkeichen deren Blätter nicht ganz so dunkelt gefärbt sind, das Bild. Hier laufen die schwarzen Schweine für die diese Ecke Spaniens bekannt ist, frei auf den großen Wiesen umher.

Schlagartig ändert sich nach etwas mehr als der halben Strecke die Landschaft. Bis an den Ortsrand von Fuente de Cantos, bestimmen große, baumlose Felder nun das Bild.

  • Länge: 22 km
  • Höhenangaben: Monesterio 755 m, Fuente de Cantos 582 m
  • Anmerkungen: In der baumlosen Region vor Fuente de Cantos kann schon mal eine Markierung fehlen. Im Zweifel der Wegbeschreibung der Pilger/Wanderführer folgen.

Fuente de Cantos - Zafra

Am Ortsrand von Fuente de Cantos weisen die gelben Pfeile auf eine breite, in Trockenzeiten sehr staubige Schotterstraße, hin. Nur gelegentlich tauchen nun Markierungspfeile auf, die auf die Vía hinweisen. Erst ab Calzadilla de los Barros wird die Markierung dichter. Anfangs bestimmten Felder und Weinstöcke das Bild, nun sind es grüne Wiesen. Zum Schluss geht es zwischen den Gleisen, vorbei an einem Gewirr aus alten Güterwaggons und Eisnebahnschwellen zum Bahnhof von Zafra. Geradeaus geht es in die sehenswerte Innenstadt.

  • Länge: 26 km
  • Höhenangaben: Fuente de Cantos 582 m, Calzadilla de los Barros 558 m, Zafra 503 m
  • Anmerkungen: Für den Besuch der Altstadt von Zafra sollte Zeit eingeplant werden.

Zafra - Villafranca de los Barros

Mit einen Anstieg geht es aus Zafra hinaus. Mit einem Abstieg nach Los Santos de Maimona hinein. Im ausufernden Straßengewirr verlieren sich schon mal die gelben Pfeile, die oft an auf den Bordsteinen oder unten an den Hauswänden angebracht sind. Vorbei an Weinbergen, Olivenanpflanzungen, gelegentlich auf einem Ziehbrunnen mit zweifelhafter Wasserqualität treffend, geht es über breite Wege nach Villafranca de los Barros.

  • Länge: 14 km
  • Höhenangaben: Zafra 503 m, Villafranca de los Barros 411 m
  • Anmerkungen: Wer den Weg aus der Stadt nicht findet, sollte sich nach "San Francisco" einem alten Kirchturm an der Stadtgrenze durchfragen.

Villafranca de los Barros - Torremejía

Schnurgerade, nur gelegentlich durch meist rechtwinklige Knicke unterbochen, duchmisst die über sehr breite Wege führende Vía die Tierra de Barros, das Lehmland. Hier wird überwiegend Wein angebaut. Junge Olivenanpflanzungen bieten dem Auge eine willkommene Abwechslung. Auf dem letzten Abschnitt begleitet eine Hochspannungsleitung den Weg; und verstärkt die Monotonie dieser Etappe.

  • Länge: 36 km
  • Höhenangaben: Villafranca de los Barros 511 m, Torremejía
  • Anmerkungen: Sollte diese Etappe zu lang sein, bietet sich die abseits der Route gelegene Stadt Almendralejo als Zwischenziel an. In dieser Stadt gibt es mehrere Hostals und Hotels. An der Via de la Plata weist eine Tafel auf den Abzweig hin.

Torremegía - Mérida

Anfangs hält sich die Vía wiederum an eine Landstraße. Schon nach ein paar Kilometern wechselt die Streckenführung auf Wirtschaftwege, die bei Regen im Schlamm versinken können. Die Schotterpiste vor Mérida führt direkt zur Römerbrücke. Mit vielen Steinbogen überspannt dieses mehr als 500 Meter lange Bauwerk den Fluss Guadiana, an dessem anderen Ufer die Altstadt beginnt.

  • Länge: 15,5 km
  • Höhenangaben: Torremegía, Mérida 217 m
  • Anmerkungen:
  • UNESCO-Welterbe: Mérida Achäologische Stätten (Emerita Augusta) und die Staumauer des Proserpina Stausees.

Mérida - Alcuéscar

Beim Verlassen der Stadt glänzt Mérida nochmal mit einem imposanten Bauwerk aus der Römerzeit. Vorbei an den 37 gut erhaltenen Pfeilern des Aquädukt - einstmals floss das Wasser aus dem Proserpina Stausee darüber, heute ein bevorzugter Nistplatz vieler Störche - geht es über eine Landstraße zum Stausee, dessen Mauer noch aus der Römerzeit stammt.

Am Stausee verlässt die Vía die geteerte Straße und führt über einen kleinen Hügelrücken (schöne Wiesen mit Steineichen und schwarzen Schweinen) nach Carrascalejo. Kurz hinter eine Senke mit einer Steinsäule die vom rotem Kreuz des Santiagoordens gekrönt wird, kommt die Vía zur neuen Autobahn. Eine unübersehbare Markierung an der Mauer der neuen Unterführung bringt den Pilger nach Aljucén, einem kleinen Weiler auf ungefähr halben Weg zwischen Mérida und dem Kloster in Alcuéscar.

An der Tankstelle am Ortsausgang biegt der Wanderweg in einen schönen Naturpark ab. Unter Steineichen, vorbei an großen, vereinzelt in den Wiesen liegende Felsen die von der Witterung glatt geschliffen wurden, wird die Anhöhe vor Alcuéscar erreicht. Durch den Ort geht es zur Pforte des Klosters, dessen Mönche sich um die Betreuung geistig und körperlich Behinderter widmen

  • Länge: 38 km
  • Höhenangaben: Merida 217 m, Aljucén 270 m, Alcuéscar 488 m
  • Anmerkungen: Die relativ lange Etappe kann in Aljucén (ca. 18 km von Mérida) unterbrochen werden. Dort gibt es eine private Herberge.

Alcuéscar - Cáceres

Anfangs wird die Vía de la Plata durch Wiesen die von Zäünen und Hecken begrenzt werden geführt. Ab der mittelalterlichen Steinbrücke in Casas de Don Antonio, orientiert sich der weitere Verlauf an der N-630. Dank der nahen Autobahn ist auf der Nationalstraße (die hier nur kurz als Wanderweg dient) der Verkehr stark zurück gegangen. Parallel dazu sind lange Abschnitte der historischen Handels- und Heerstraße erhalten geblieben. Ein gut erhaltener römischer Meilenstein, sowie eine restaurierte Brücke, sind steinerne Zeugen der Vergangenheit.

Auch wenn die Vía jetzt immer im Bereich der Nationalstraße bleibt, der Wanderer merkt davon nicht viel. Die Wegführung bleibt fast immer weit abseits der Straße. Erst ab Valdesalor nimmt der Autoverkehr wegen der Nähe der Stadt Cáceres zu. Erst auf der letzten Anhöhe vor der nahen Stadtgrenze, kommen deren Häuser in Sicht.

  • Länge: 38,5 km
  • Höhenangaben: Alcuéscar 488 m, Cáceres 459 m
  • Anmerkungen:
  • UNESCO-Welterbe: Cáceres - Altstadt

Cáceres - Tajo-Stausee

An der Stierkampfarena verlässt die Vía de la Plata über die Straße nach Casar de Cáceres die spanische Kleinstadt. Auf etwa halben Weg wird die Via weg von der in den Morgenstunden stark befahrenen Straße auf beite Feldwege geführt und erreicht schließlich den Ortsrand des wegen seines Käse bekannten Casar de Cáceres. Verlassen wird der Ort über die Hauptstraße. An der Santiago-Kirche am Ortsende, geht die Asphaltstraße in einen breiten, von alten Steimmauern gesäumten Feldweg über. In einem steten Auf und Ab folgt die Wegführung dem Feldweg bis zur Nationalstraße N-630.

Auf einem schmalen Seitenstreifen, der kaum Schutz vor dem Verkehr bietet, wird der kleine Bach Almonte überquert. Nach ein kurzen Anstieg kommt der Campingplatz, und wenige Meter weiter der Wegweiser zur Herberge in Sicht.

  • Länge: 34 km
  • Höhenangaben: Cáceres 459 m, Casar de Cáceres 365 m, Tajo-Stausee 350 m
  • Anmerkungen: Die Öffnungszeiten der Unterkunft am Stausee sind unregelmäßig. Vorher abklären. Am Seeufer gibt es einen Campingplatz it ebenfalls unregelmäßigen Öffnungzeiten.

Tajo-Stausee - Grimaldo

Nach dem Überqueren der N-630 steigt der Weg leicht an und führt zu einer aussichtsreichen Anhöhe hinauf. Nach wenigen Kilometern kommt das am Fuße der Bergkette liegende Cañaveral in Sicht. Am Ortsende verliert sich die Markierung teils. Auf der Anhöhe am Hotel-Bar-Club ist die Markierung wieder gut sichtbar. Der Weg führt nun durch einen lichten Wald und folgt dabei einem Zaun. Ein ausgeschilderter Abzweig führt direkt nach Grimaldo.

  • Länge: 20 km
  • Höhenangaben: Tajo-Stausee 450 m, Cañaveral, Grimaldo
  • Anmerkungen: Wer nicht nach Grimaldo will, muss auf die gelben Pfeile achten oder sich am Zaun orientieren.

Grimaldo - Carcaboso

Etwa 1 Kilometer hinter dem Ortschild trifft der Abzweig der nach Grimaldo geführt hat, auf die ausgeschilderte Route der Vía de la Plata. Über im Frühjahr blühende Wiesen geht es weiter nach Nordosten. Ofmals muss ein Gatter durchquert werden, gelegentlich wechselt die Wegführung von den breiten gut gehbaren Wirtschaftswegen auf schmale Pfade. Das auf einer leichten Anhöhe gelegene Dorf Galisteo kommt erst sehr spät, dafür umso eindruckvoller in Sicht.

Der weitere Weg orientiert sich an der kleinen, wenig befahren Provinzstraße die über Aldehuela de Jerte nach Carcaboso führt.

  • Länge: 32 km
  • Höhenangaben: Grimaldo , Galisteo 346 m, Carcaboso 297 m
  • Anmerkungen: Die sehr gut erhaltene maurische Stadtmauer in Galisteo umschließt ein typisch spanisches Landstädtchen der Gegenwart.

Carcaboso - Aldeanueva del Camino

  • Länge: 38,5 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Aldeanueva del Camino - Calzada de Béjar

  • Länge: 22 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Calzada de Béjar - Fuenterroble de Salvatierra

  • Länge: 21 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Fuenterroble de Salvatierra - Morille

  • Länge: 31 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen: In der Pilgerherbege in Salamanca gibt es den speziellen Pilgerausweis für die Via de la Plata.

Morille - Salamanca

  • Länge: 21 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:
  • UNESCO-Welterbe: Salamanca - Altstadt

Salamanca - El Cubo de la Tierra del Vino

  • Länge: 36 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

El Cubo de la Tierra del Vino - Zamora

  • Länge: 33 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen: Das Studentenwohnheim hält ein paar Zimmer als Pilgerunterkunft bereit, jedoch nur wenn das Haus nicht voll belegt ist.

Zamora - Granja de Moreruela

In Granja de Moreruela teilt sich die Vía de la Plata. Die historische und damit eigentliche Vía de la Plata führt weiter nach Norden bis nach Astorga. In Astorga trifft die Vía auf den Camino frances, den bekanntesten spanischen Jakobsweg.

Die Hauptroute, das ist die Route die im allgemeinen Sprachgebrauch als Vía de la Plata bezeichnet wird, biegt in Granja de Moreruela nach Westen ab. Nördlich der Grenze zu Portugal geht es dann bis Santiago de Compostela. Der historisch richtige Name für diesen Abschnitt der Vía lautet Mozarabischer Jakobsweg, gelegentlich wird dieses mehr als 340 km lange Verbindungstück zwischen Zamora und Santiago de Compstela auch als Camino Sanabrés bezeichent. Neben der Kirche, direkt am Abzeig, weist ein Sandsteintafel auf diese historische Strecke hin.

Die Etappen bis nach Astorga finden sich am Ende der Beschreibung.

  • Länge: 43 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Granja de Moreruela - Tábara

  • Länge: 26 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Tábara - Santa Croya de Tera

  • Länge: 24 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Santa Croya de Tera - Mombuey

  • Länge: 36 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen: In Rionegro del Puente (nach 26 km) gibt es eine sehr gute Herberge. Die Etappe kann daher sehr gut auf zwei Tage aufgeteilt werden.

Mombuey - Puebla de Sanabria

  • Länge: 33 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Puebla de Sanabria - Lubián

  • Länge: 33 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Lubián - A Gudiña

In A Gudiña teilt sich die Vía erneut in eine Nord- und eine Südroute. Die Nordroute wird bevorzugt von Wanderen begangen, die Route über das weiter südlich gelegene Verin nahe der portugisischen Grenze, eignet sich für Radfahrer.

  • Länge: 25 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen: In A Gudiña befindet sich die erste der sehr guten und kostenlosen galicischen Herbergen. Bis Santiago de Compostela werden diese Herbergen den Pilger/Wanderer in regelmäßigen Abständen begleiten.

A Gudiña - Laza

  • Länge: 36 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Laza - Xunqueira de Ambía

  • Länge: 34 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Xunqueira de Ambía - Ourense

  • Länge: 23 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Ourense - Cea

  • Länge: 22 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen: In Ourense beginnen die letzten 100 Kilometer die ein Fußpilger für den Erhalt der Compostela mindestens vorweisen muss. In den spanischen Ferienmonaten, besonders im August, kann es ab hier in den Herbergen sehr voll werden.

Cea - Bendoiro-Laxe

  • Länge: 39 oder 33 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

Bendoiro-Laxe - A Vedra (Santiaguino)

  • Länge: 36 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:

A Vedra (Santiaguino) - Santiago de Compostela

  • Länge: 17 km
  • Höhenangaben:
  • Anmerkungen:
  • UNESCO-Welterbe: Santigao de Compostela

Variante Granja de Moreruela - Astorga (Camino Astorga)

Wie weiter oben schon erläutert, handelt es sich bei dieser Variante um die eigentliche Vía de la Plata. Der historische Verlauf der Vía führt bis zum Camino frances in Astorga. Weitergehende Etappenbeschreibungen werden nachgereicht.

Granja de Moreruela - Benavente

  • Länge: 27 km
  • Höhenangaben:

Benavente - La Baneza

  • Länge: 45 km
  • Höhenangaben:

La Baneza - Astorga

  • Länge: 26 km
  • Höhenangaben:

An- und Abreise/Transport

Der Flughafen der Stadt Sevilla wird von vielen europäischen Flughäfen entweder direkt, oder über Madrid oder Mallorca angeflogen.

Mehrmals täglich fahren Züge aus Madrid und den Städten an der Mittelmeerküste nach Sevilla.

Zahlreiche spanische Fernbuslinien fahren im Linienverkehr in die andalusische Hauptstadt. Die Busgesellschaft Eurolines (Deutsche Touring) fährt im Linienverkehr aus vielen Städten Europas nach Sevilla. Radfahrer sollten beachten, dass die Europabusse keine Fahrräder mehr mitnehmen.

Das gleiche gilt für die Abreise/Rückreise von Santiagao de Compostela.

Als Zwischeneinsteig bieten sich die Städte Salamanca (etwa auf der Hälfte der Strecke), Zamora und Ourense an. Diese Städte werden von der Spanischen Bahn RENFE und vielen Fernbuslinien des Landes angefahren.

Radfahrer die ihr Rad mit innerspanischen Bussen, Bahnen und Fluglinien transportieren wollen, finden bei nachstehendem Link die aktuellen Beförderungsbestimmungen und Verbote.

Literatur

Für die Vía de la Plata gibt es keine Wanderkarten - es sind auch keine erforderlich. Zur groben Übersicht eignen sich die Autokarten im Maßstab 1:200.000.

  • Jakobsweg - Vía de la Plata (OutdoorHandbuch Band 116) Dr. Raimund Joos/Michael Kasper Auflage 2007 ISBN 978-3-86686-116-9 Conrad Stein Verlag. Auf der Homepage des Conrad Stein Verlags gibt es ein kontinuierliches Update zum Buch.
  • Vía de la Plata. Jakobsweg von Sevilla nach Santiago de Compostela. 53 Etappen Cordula Rabe 2006 ISBN 3-7633-4333-4 Bergverlag Rother

Siehe auch

Jakobsweg, Europäischer Fernwanderweg

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Weblinks