Schweden
Aus Outdoor Wiki
Inhaltsverzeichnis |
Schweden - für viele der Inbegriff für Outdoor und Trekking; für unberührte Natur und einsame Landschaften am Polarkreis. Bekannte und gut markierte Routen sind oft der erste Kontakt mit diesem Land. Wer es abenteuerlicher liebt und über mehr Erfahrung verfügt, der geht weit in den Norden. Oder man kommt in den kalten, meist jedoch wetterbeständigen Monaten im Spätwinter zu Touren mit Langlaufski, Schneeschuh und Pulka. Viele der festen Hütten an den bekannten Routen stehen auch in der kalten Jahreszeit offen.
Die unzähligen Seen und Flüsse, die Schärenlandschaft der schwedischen Ostseeküste mit tausenden kleinen, zum großen Teil unbewohnten Inseln, sind ein Paradies für den Wassersportler. Egal, ob mit Kajak, Kanu oder kleinem Segelboot; für jeden findet sich ein passendes Gewässer.
Schweden ist eines der skandinavischen Länder und liegt zwischen Norwegen, Dänemark und Finnland. Weitere Nachbarn sind die Ostseeländer auf der anderen Seite des Meeres, nämlich Estland, Lettland, Litauen, Russland (Enklave Königsberg), Polen und Deutschland.
Geologie und Klima
Schweden ist durch das Klima und die Eiszeiten geformt worden. Das Land ist reich an felsigem Untergrund, der an vielen Stellen blank zutage tritt. Es gibt in Nord-Südrichtung ausgeprägte Klimazonen, die von einem Klima wie in Norddeutschland (Landschaft Skåne = Schonen) bis zu einem subpolaren Klima (Lappland, Norrbotten) alles umfassen. Das spiegelt sich auch in der Flora und Fauna wieder. Von Weizenfeldern und Apfelbaumplantagen im Süden bis zur kahlen Tundra im Norden ist alles vertreten.
Schweden wird aber durch den Nadelwaldgürtel der kalt-gemäßigten Zone geprägt, also durch Taigavegetation. Durch die Eiszeit bedingt ist das Land reich an Seen und anderen Gewässern. Ein spätes Erbe der Eiszeit ist auch die Landhebung, die noch immer andauert und das Land beispielsweise in der Gegend von Stockholm um 40-50 cm in 100 Jahren hebt. Dieser Vorgang hat die schwedische Geschichte mitgeprägt. So war der große See westlich von Stockholm, der Mälaren, bis in die Wikingerzeit ein Meeresarm, in dem sich die Flotten der schwedischen Wikinger vor und nach ihren Raubzügen sammeln und Schutz suchen konnten. Im Mittelalter hob sich das Land allmählich so stark, dass die Einfahrt in den Mälaren aus dem offenen Meer unmöglich wurde und der Mälaren sich allmählich in einen Süßwassersee verwandelte. Damit war auch die Wikingerzeit in Schweden beendet.
Geschichte
Frühzeit
Die Besiedelungsgeschichte Schwedens begann früh, gleich nach dem Rückzug des Eises. Zuerst kamen nomadisierende Rentierjäger, die vermutlich die Vorfahren der heutigen Samen (Lappen) sind. Dann kamen Menschen, die eine ackerbauende jungsteinzeitliche Kultur etablierten. Diese besiedelten allerdings nur den Süden Schwedens, bis zum Mälaren, während die Nomaden bis hinauf in den Norden zogen. Die jungsteinzeitliche Kultur und ihre bronzezeitlichen Nachfahren hinterließen Felszeichnungen, auf denen u.a. Boote und Männer mit Streitäxten dargestellt sind. Sie hinterließen auch Grabhügel und einige Großsteingräber (Megalithkultur). Wir wissen nicht, was das für Leute waren. Jedenfalls gibt es keinen Beweis dafür, dass sie Urgermanen waren. Die Menschen der frühen Eisenzeit hingegen bringt man mit den Urgermanen in Verbindung. Sie legten Fluchtburgen an. Vermutlich gingen aus ihnen zuerst einige der wandernden Stämme der Völkerwanderung hervor und später dann die schwedischen Wikinger.
Schon Tacitus teilt diese Völkerschaften ein in Suiones (Svear = Schweden), Gotones (Goten) und Fenni (Finnen bzw. Samen). Die gotischen Völker wohnten zur Zeitenwende unter anderem auf Gotland und in den südschwedischen Landschaften Västergötland ("Westgotenland") und Östergötland ("Ostgotenland"). Es ist anzunehmen, dass diese Landschaftsnamen sehr alt sind und wirklich mit der Aufteilung des Gotenvolkes in Westgoten (Visigotones) und Ostgoten (Ostrogotones) verbunden sind. Die Frühgeschichtler sind sich uneinig, aber ein Geschichtsschreiber der Ostgoten, Jordanes, beanspruchte in seiner Gotengeschichte, dass die Goten wirklich aus Schweden ausgewandert seien.
Der Name Schweden geht aber auf den anderen von Tacitus erwähnten Stamm zurück, die mittelschwedischen Suiones = Svear. Noch auf alten Runensteinen liest man manchmal die Bezeichnung SUIA RIKI für Schweden. Das ist das Wort "Svearreich", aus dem in späterer Zeit durch Vereinfachung Svea rike und heute Sverige wurde. Noch heute trägt der schwedische König den offiziellen Amtstitel "Sveriges, Götes och Vendes konung". Das bedeutet: König der Schweden, Goten und Wenden. Die "Wenden" sind dabei eine Sammelbezeichung für die Völker der anderen Ostseeseite, die zeitenweise unter schwedischer Herrschaft standen, wie z.B. Estland, Teile von Lettland und auch das deutsche Vorpommern.
Wikingerzeit
In der Wikingerzeit entstanden erste Formen von staatlicher Organisation. Wikinger war keine Volkszugehörigkeit, sondern ein Berufsstand. Man kann dieses Wort, das "Buchtbewohner" bedeutet, mit "Seemann" übersetzen. Wer nicht zur See fuhr, war also kein Wikinger. Wikinger gab es in Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und auf den Färöern. Aber schon damals unterschieden sie sich selbst als Norweger ("Nordmänner"), Schweden, Dänen und Isländer. Zu dieser Zeit entwickelten das mittelschwedische Svealand und das südschwedische Götaland allmählich ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, ursprünglich wohl gegen äußere Feinde (Norweger und Dänen).
Mittelalter
Im Mittelalter wurden die ersten Gesetzbücher geschrieben, von denen jedes ursprünglich nur in einer der Landschaften galt. Man nennt das auch die Zeit der Landschaftsgesetze (landskapslagar). Jede Landschaft hatte noch ihren zentralen Versammlungsplatz für Gerichte, die Thingstätte. Allmählich wurde aber Uppsala der Ort für das Thing aller Schweden und für die Königswahl. Noch bis ins hohe Mittelalter gab es öfters konkurrierende Königshäuser und Reichsteilungen. Im späten Mittelalter, der Kalmarer Union, stand das Land sogar offiziell unter der dänischen Krone, aber mit eigenem Reichsverweser (riksföreståndare).
In die Zeit des Mittelalters fällt auch die Eroberung großer Teile von Finnland durch Schweden, und Finnland blieb auch schwedische Provinz bis zum schwedisch-russischen Krieg 1808/9.
Gustav Eriksson Wasa befreite das Land von der dänischen Fremdherrschaft durch eine Erhebung der freien Bauern, besonders derer aus Dalarna. Das war im Jahr 1521 und eine Reaktion auf ein Massaker, das der dänische König Kristian II "Tyrann" in Stockholm zu Weihnachten 1520 angerichtet hatte ("Stockholmer Blutbad"). 1523 wurde er dann zum König Gustav I Wasa gekrönt, er regierte bis 1560 und führte die Reformation ein.
In den nächsten 100 Jahren verließ Schweden allmählich den Schatten Dänemarks und stieg zu einer Großmacht im Ostseeraum auf. In diesem Zusammenhang gab es auch mehrere Kriege gegen den Nachbarn Dänemark, in denen Schweden immer erfolgreich war. Infolge dieser Kriege kam Schweden in den Besitz der Südprovinzen, die vorher zu Dänemark gehört hatten, sowie zu einigen Provinzen an der norwegischen Grenze, die Teile Norwegens gewesen waren.
In dieselbe Zeit fällt auch die Eroberung von Gebieten östlich der Ostsee, nämlich Estland, das nördliche Lettland (Livland), Ingermanland (Gegend von St. Petersburg) sowie von Vorpommern und einigen deutschen Hansestädten.
Viel davon ging nach den Kriegen von Karl XII wieder verloren, der Rest dann in den Wirren der napoleonischen Kriege.
19. Jahrhundert
Im Wiener Kongress wurde Schweden als Entschädigung für den Verlust von Finnland Norwegen zugesprochen, aber nur als Personalunion (gemeinsamer König). Zu dieser Zeit wurde auch das alte Königshaus Wasa wegen Untüchtigkeit des Königs Gustav IV Adolf abgesetzt und ein paar Jahre später durch die aus Frankreich importierte Familie Bernadotte ersetzt, die noch heute regiert. Die Personalunion mit Norwegen wurde 1905 friedlich aufgelöst.
Schweden ist seit langer Zeit Monarchie, der König hat jedoch keine politische Macht. Es gab schon früh Formen der Volksvertretung. Zuerst auf den Thingversammlungen, später dann im "Ständereichstag". Dort waren alle vier Hauptstände des Reiches versammelt; dies waren der Adel, der Klerus, die Bürger und die Bauern. Da Schweden immer freie Bauern gehabt hat und praktisch nie Leibeigenschaft, waren auch die Bauern in der Versammlung vertreten.
1809 nach der Absetzung von Gustav IV Adolf wurde dann eine neue Verfassung erlassen, die erst 1973 durch die heutige abgelöst wurde, und in der ein Zweikammerreichstag eingeführt wurde. Seit 1973 gibt es einen Einkammerreichstag. D.h. es gibt keine Entsprechung zum deutschen "Bundesrat".
Kultur
Schweden wurde hauptsächlich durch zwei Kulturen geprägt:
- Durch die schwedische Kultur im Süden und der Mitte des Landes
- Durch die Kultur der Samen und Finnen (Minderheiten) im Norden
Aber auch im Norden wurden die nichtschwedischen Kulturen schon frühzeitig durch schwedische Siedler zurückgedrängt, besonders die Samen. Diese Beschneidung ihres Lebensraumes zwang sie von der Lebensweise als freie Rentierjäger zur Lebensweise als Rentierzüchter überzugehen. Das Verhältnis zwischen Schweden und Samen war lange Zeit ähnlich wie das zwischen weißen Siedlern und Indianern in Nordamerika, nur wurde nicht so viel geschossen, und die Samen wurden nicht in Reservaten interniert. Noch heute ist der Umgang nicht immer konfliktfrei, besonders wenn es um Weiderechte für Rentiere in Wäldern geht, die schwedischen Ansiedlern gehören.
Landschaft + Flora und Fauna
Tja, was soll man sagen, ich glaub es ist bekannt wie herrlich Schweden ist... Das Outdoorparadies Europas!
Nationalparks
Es gibt in Schweden eine ganze Reihe von Nationalparks. Diese bieten unberührte Natur die man hautnah erleben kann.
Abisko | Björnlandet | Blå Jungfrun | Dalby Söderskog | Djurö | Fulufjället | Färnebofjärden | Garphyttan | Gotska Sandön | Hamra | Haparanda skärgård | Muddus | Norra Kvill | Padjelanta | Pieljekaise | Rogen | Sarek | Skuleskogen | Stenshuvud | Stora Sjöfallet | Store Mosse | Sånfjället | Söderåsen | Tiveden | Tresticklan | Tyresta | Töfsingdalen | Vadvetjåkka | Ängsö
Landschaften
Eine kleine Übersicht über die schwedischen Landschaften:
Hier meine ich jetzt nicht wie die Landschaft aussieht (Felder, Wald, Moor, kahles Gebirge oder so), sondern wie die schwedischen Landschaften heißen und wo sie liegen.
Es gibt zwei verschiedene Einteilungen:
- Die Verwaltungsdistrikte ("län") - da hat es in den letzten Jahren einige Veränderungen gegeben
- Die historischen Landschaften (uralte Einteilungen)
Diese beiden Einteilungen stimmen TEILWEISE überein, aber nicht völlig. Beispiel Västergötland ("Westgotenland"):
Zum historischen Västergötland gehört die Gegend zwischen den beiden großen Seen Vänern und Vättern, aber auch der Küstenabschnitt um Göteborg. Zum heutigen Verwaltungsbezirk "Västra Götalands län" gehört darüber hinaus auch noch der Küstenabschnitt bis zur norwegischen Grenze (Bohuslän mit dem Bohusleden) und Dalsland nordwestlich vom Vänern bis zur norwegischen Grenze. Manchmal gehören also mehrere historische Landschaften zum gleichen Verwaltungsbezirk, manchmal ist es auch umgekehrt. So ist z.B. Småland eingeteilt in die drei Bezirke Kronobergs län (Residenz Växjö), Jönköpings län und Kalmar län.
Provinzen
Hier nun eine Liste der Verwaltungsbezirke und der historischen Landschaften. Links der Verwaltungsbezirk, daneben die historischen Landschaften, die in diesem Bezirk zusammengefasst sind, danach noch wichtige Städte und andere größere Orte, die dort liegen.
Südschweden (Sydsverige och Götaland)
| Verwaltungsbezirk | historische Landschaft | Orte |
|---|---|---|
| Skåne län | Skåne | Malmö, Helsingborg, Lund, Kristianstad (sprich: Krischansta), Höör, Hörby, Hässleholm, Ystad, Trelleborg, Landskrona, Simrishamn, Kivik, Åhus |
| Hallands län | Halland | Halmstad, Laholm, Falkenberg, Varberg |
| Blekinge län | Blekinge | Karlskrona, Karlshamn, Ronneby, Sölvesborg |
| Kronobergs län | Småland (Südwesten) | Växjö, Älmhult, Ljungby, Markaryd |
| Jönköpings län | Småland (Nordwesten) | Jönköping, Huskvarna, Gränna, Ensjö, Nässjö, Vetlanda |
| Kalmar län | Småland (Osten) | Kalmar, Nybro, Oskarshamn, Västervik |
| Öland | Borgholm, Färjestaden, Ottenby, Grankullavik, Byxelkrok | |
| Västra Götalands län | Västergötland | Göteborg, Kungsbacka, Kungälv, Trollhättan, Vänersborg, Lidköping, Mariestad, Skara, Falköping, Skövde, Borås, Alingsås, Tidaholm, Hjo |
| Bohuslän | Stenungsund, Uddevalla, Lysekil, Strömstad | |
| Dalsland | Åmål, Mellerud, Bengtsfors | |
| Östergötlands län | Östergötland | Linköping, Norrköping, Mjölby, Skänninge, Vadstena, Motala, Finspång, Kisa |
| Gotlands län | Gotland | Visby, Slite, Fårösund |
Mittelschweden (Svealand)
| Verwaltungsbezirk | historische Landschaft | Orte |
|---|---|---|
| Värmlands län | Värmland (das meiste davon) | Karlstad, Kristinehamn, Säffle, Filipstad, Munkfors, Sunne, Hagfors, Torsby, Arvika, Årjäng, Charlottenberg, Höljes |
| Södermanlands län | Södermanland (= Sörmland) (Mitte und Westen davon) | Nyköping, Katrineholm, Vingåker, Flen, Malmköping, Eskilstuna, Torshälla, Strängnäs, Mariefred, Gnesta, Trosa, Oxelösund |
| Stockholms län | Stockholm | Stockholm stad, Vororte (Randkommunen): Solna, Nacka, Haninge, Huddinge, Sundbyberg, Sollentuna, Lidingö |
| Södermanland (der Osten) | Södertälje, Järna, Nynäshamn, Ösmo, Nykvarn, Dalarö, Saltsjöbadet, Tyresö | |
| Uppland (südöstlicher Teil = Roslagen) | Vaxholm, Åkersberga, Norrtälje, Vallentuna, Roslags-Väsby, Märsta, Sigtuna | |
| Upplands län | Uppland (zentraler und nördlicher Teil) | Uppsala, Österbybruk, Lövstabruk, Tierp, Vendel, Enköping, Östhammar, Björklinge, Älvkarleby |
| Örebro län | Närke | Örebro, Kumla, Hallsberg, Pålsboda, Askersund |
| Västmanland (Bergslagen, westlicher Teil) | Lindesberg, Frövi, Nora, Hällefors, Storå, Kopparberg | |
| Västmanlands län | Västmanland (östlicher Teil) | Västerås, Sala, Arboga, Hallstahammar, Surahammar, Ramnäs, Fagersta |
| Dalarna län | Dalarna | Falun, Borlänge, Säter, Hedemora, Avesta, Ludvika, Grängesberg, Gagnef, Mockfjärd, Järna, Vansbro, Malung, Särna, Sälen, Idre Älvdalen, Leksand, Rättvik, Mora, Orsa, Skattungbyn |
| Gävleborgs län | Gävleborg (!?) | Gävle, ... |
Nordschweden (Norrland)
| Verwaltungsbezirk | historische Landschaft | Orte |
|---|---|---|
| Jämtlands län | Östersund, Strömsund, Åre, Storlien | |
| Västernorrlands län | ||
| Västerbottens län | Skellefteå | |
| Norrbottens län | Abisko, Kiruna, Gällivare-Malmberget |
Interessante Zusatzinformationen
- In Schweden sind Hunde in Restaurants und Gaststätten nicht erlaubt. Auch nicht auf Freiterrassen. Sie können aber neben der Terrasseneingrenzung am Gehsteig liegen.
- In allen öffentlich zugänglichen Innenräumen (auch Restaurants) herrscht generelles Rauchverbot.
- Alkohol darf nicht in der Öffentlichkeit (auf der Straße/in der Tunnelbana/in Zugabteilen) konsumiert werden, sondern nur in privater Umgebung oder an Orten mit Ausschanklizenz wie z.B.: Restaurant/Bar/Disco/Zugspeisewagen.
Jedermannsrecht
Das Jedermannsrecht (Allemansrätten) ist ein traditionelles Gewohnheitsrecht, welches die Rechte und Pflichten aller Menschen im Umgang mit der schwedischen Natur regelt. Für größere Gruppen und organisierte Veranstalter gelten die Rechte nur eingeschränkt. Einschränkungen gelten auch in Naturreservaten und erst recht in Nationalparks.
Die wichtigsten Punkte des Jedermannsrechtes:
- Grundsatz: Nicht stören, nicht zerstören!
- Das Campen ist prinzipiell auch auf Privatgrundstücken erlaubt, solange es sich dabei nicht um eine landwirtschaftliche Nutzfläche handelt und man sich außerhalb der Sichtweite von Wohnhäusern aufhält. Mehrere Übernachtungen am selben Ort und größere Gruppen bedürfen der Zustimmung des Grundstückeigentümers.
- Für das Anlanden an Stegen und Inseln gelten für Kanuten die selben Regeln wie für das Campen im übertragenen Sinne. Das Anlanden an Inseln kann aus Naturschutzgründen jedoch gänzlich verboten sein.
- Lagerfeuer sind nur erlaubt, wenn keine Waldbrandgefahr besteht. Diese gilt bereits bei Trockenheit. In Nationalparks sind Lagerfeuer meist grundsätzlich verboten.
- Das Angeln ist im Jedermannsrecht nicht verankert. Geangelt werden darf lizenzfrei nur an den Meeresküsten und in den 5 größten Binnenseen Schwedens (Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön).
- Das Pflücken und Sammeln von wilden Blumen, Beeren und Pilzen ist erlaubt, solange es sich nicht um geschützte Arten handelt. Die Beschädigung von lebenden Bäumen und Sträuchern ist verboten.
- Motorisierte Wassersportarten wie Jetski oder Wasserski sind im Allgemeinen verboten.
Viele Schweden glauben übrigens nur Schweden hätte ein solches Jedermannsrecht. Dieser Irrglaube, das schwedische Jedermannsrecht sei weltweit "einzigartig", wird oft und hartnäckig vertreten, z.T. auch gegen besseres Wissen. So haben ja Norwegen und Finnland ähnliche Regeln. Einzigartig am schwedischen Jedermannsrecht ist nur seine Großzügigkeit. Die norwegischen Regeln sind schon etwas restriktiver, die finnischen ebenfalls. Dicht besiedelte Länder wie Dänemark und Deutschland müssen da leider geiziger sein, aber sogar da gibt es Gebiete - auch im Privatbesitz - die von der Allgemeinheit betreten werden dürfen. Das wissen aber viele Schweden nicht, weil es ihrem Vorurteil "sie seien die Einzigen" widersprechen würde.
Unterbringung
Es gibt sehr viele Jugendherbergen in Schweden. Man kann als Mitglied im DJH-Verband zu günstigeren Konditionen dort übernachten.
Die meisten Jugendherbergen sind in der Svenska Turistföreningen STF organisiert, die auch etliche Gebirgsstationen (fjällstationer) und Berghütten (fjällstugor) in den nordschwedischen Bergen betreibt.
Es gibt aber auch einen Konkurrenzverband, den SVIF, an den inzwischen auch etliche Häuser angeschlossen sind.
Der STF ist an die Internationale Organisation der Jugendherbergen IYHF angeschlossen und verlangt eine DJH-Mitgliedschaft oder entsprechendes, sonst höherer Preis. Der SVIF ist völlig freistehend und verlangt diese Mitgliedschaft nicht. Darüber hinaus gibt es noch etliche Jugendherbergen, die bei gar keinem Verband sind. Dies sind oft Saisonbetriebe auf örtlicher Initiative, und leider gibt es über diese Häuser und ihre Öffnungszeiten kein zentrales Verzeichnis.
Transport
Informationen zu Zug, Bus, Flugzeug und Auto
Bahn und Bus
Während das Bahnnetz in Südschweden noch relativ dicht ist, wird es gegen Norden immer dünner, bis praktisch nur noch eine Linie übrigbleibt. Auf den Hauptlinien im Süden verkehren die Züge häufig im Stundentakt, nach Lappland fahren 2 Züge pro Tag.
Allerdings ist auch in Nordschweden entlang der Küste eine ganz neue Bahnlinie gebaut worden, die Botniabanan. Und in Mittelschweden hat es in den 90-ern ebenfalls einen Neubau gegeben, eine Bahnlinie südlich des Mälarsees von Stockholm nach Örebro, die "Mälarbanan". Weiterhin ist noch die Inlandsbanan auf der landschaftlich sehr attraktiven Strecke von Kristinehamn nach Gällivare erwähnenswert, welche nicht von der Staatsbahn SJ betrieben wird und nicht in den normalen Fahrplänen auftaucht. Sie verkehrt auch nicht das ganze Jahr; zu den anderen Zeiten gibt es allerdings eine parallel verlaufende Busstrecke.
Busse ergänzen das Bahnnetz in allen Regionen des Landes, so dass man fast jeden Ort mit dem öffentlichen Verkehr erreichen kann. Allerdings kann es durchaus sein, dass nur ein Bus pro Tag fährt, so dass man nur langsam vorwärts kommt.
Eine Fahrplanauskunft für Bahn und Bus findet man bei Resplus, hier sind fast alle Verbindungen zu finden. Manche Busverbindungen sind allerdings nicht in den Onlinefahrplan aufgenommen, auf der Seite mit den Links findet man jedoch die Homepages der regionalen Verkehrsgesellschaften. Manchmal gibt es auf diesen Seiten einen umfangreicheren Onlinefahrplan (der dann allerdings nur die Region umfasst), ansonsten gibt es dort die Fahrpläne als PDF-Dateien, in denen man dann auch die kleinsten Busverbindungen findet.
Die Anreise mit dem Zug nach Schweden erfolgt entweder mit dem Berlin NightExpress (Fähre Sassnitz-Trelleborg), der große Vorteil ist, dass das Scanrail oder EuroDomino Ticket schon ab Berlin gilt, oder via Dänemark über die Öresundbrücke.
Als Bahnpässe für augedehntere Zugreisen empfehlen sich das Scanrail oder der Interrail Ein-Land-Pass, die in der Zahl der Reisetage flexibel sind. Scanrail hauptsächlich bei Anreise über Dänemark, oder wenn auch noch ein Abstecher nach Norwegen geplant ist. Der Interrail Global-Pass ist eigentlich nur für Österreicher und Schweizer interessant, da dann auch die Anreise durch Deutschland inbegriffen ist, oder natürlich wenn Schweden nur ein Teil einer größeren Bahnrundfahrt in Europa ist.
Bei einzelnen Zugreisen sind natürlich normale Fahrkarten günstiger, aber da hat jedes Unternehmen seine eigene Produktpalette und die ist nicht immer leicht verständlich. Hier eine Übersicht der beiden interesantesten Bahngesellschaften SJ (Die Staatsbahn mit dem immer noch größten Streckennetz) und Veolia (die unter anderem die Züge auf der Linie Sundsvall-Östersund-Trondheim betreiben)
SJ
- Biljett som kan återbetalas - "Rückzahlbare Fahrkarten" die teuersten Fahrkarten. Jeweils für die ganze Buchungsperiode erhältlich, Bis zur Zugsabfahrt können die Fahrkarten zurückgegeben werden und man bekommt sein Geld (abzüglich Buchungs- und Bearbeitungsgebühr) zurück.
- Biljett som kan ombokas - "Umbuchbare Fahrkarten" etwas billiger als die rückzahlbaren Fahrkarten. In der Regel 90 Tage vor dem Reisetermin erhältlich (Ausnahmen gibt es für Nachtzüge während der Saison, da sind sie schon früher zu haben), je früher man bucht umso billiger. Bis zur Zugsabfahrt können die Fahrkarten zurückgegeben werden und man kann das Geld (abzüglich Buchungsgebühr) während 90 Tagen für eine neue Reise ausgeben.
- Biljett som inte kan ombokas - "Nicht umtauschbare Fahrkarten" die billigste Fahrkarte. In der Regel 90 Tage vor dem Reisetermin erhältlich (Ausnahmen gibt es für Nachtzüge während der Saison, da sind sie schon früher zu haben), je früher man bucht umso billiger. Keine Möglichkeit zu Rückgabe oder Umbuchung, ausser mit Arztzeugnis.
- Sista Minuten - "Last Minute" 24 Stunden vor Abfahrt erhältlich, kein Umtausch oder Rückgabe, nur für Studenten oder Jugendliche (unter 26 Jahre)
Veolia (bis 2006 Connex)
Hier gibt es keine unterschiedlichen Tickets, die Preise variieren jedoch je nach Saison
Rückgabe traditioneller Fahrkarten (heimgeschickt oder aus dem Automat) bis zur Abfahrt, bei ticketloser Reise (mur Buchungsnummer) bis 90 Minuten vor Abfahrt des Zuges ab seinem Ausgangsbahnhof. Schlaf- und Liegewagen bis 24 Stunden vor Abfahrt.
Ermäßigungen:
- Jugendliche - (unter 26 Jahre) erhalten bei SJ ca.30% und bei Veolia bis zu 100 SEK Rabatt
- Studenten - erhalten bei SJ mit internationaler Studentenkarte ISIC, schwedischer CSN Karte oder Mecenat, Membit, Studentkortet mit SJ Logo 30% Rabatt, bei Veolia erhalten nur schwedische Studenten Rabatt
- Familien - Erwachsene können 2 Kinder bis 16 Jahre kostenlos mitnehmen, Studenten oder unter 26jährige 2 Kinder bis 6 Jahre. Für diese Kinder muss eine Buchungsgebühr bezahlt werden.
Komfortkategorien in Nachtzügen
- Sitt - Sitzplatz (meistens Großraum)
- Bädd - Liegewagenplatz (6 pro Abteil)
- Säng - Schlafwagen (2 oder 3 pro Abteil)
Buchungsgebühr
In Schweden kommt beim Fahrkartenkauf eine Buchungsgebühr dazu, die bei Stornierung oder Umtausch nicht zurückerstattet wird.
Onlinebuchungen
Sind sowohl bei SJ wie Veolia möglich, man bekommt eine Buchungsnummer mit der man sein Ticket an einem SJ-Ticketautomat (SJ und Veolia), Fahrkartenschalter (SJ) oder ATG Kiosk (Veolia) abholt. Bei Veolia kann man für Reisen die nur auf ihrem Streckennetz stattfinden auch ticketlos reisen, man hat dann einfach eine Buchungsnummer die man dem Kontrollpersonal vorweist. Der reservierte Platz steht in der Bestätigungsmail. Man kann auf beiden Seiten Reisen im ganzen Resplus-Netz (Bahn, Bus, Fähre) buchen, man erhält dann auch gleich die Fahrkarte für den Anschlussbus oder -zug.
Onlinereservierungen (wenn man Scanrail, Interrail oder EuroDomino hat) sind nur über die Buchungsplattform von Veolia Boka Tåg möglich, jedoch auch für Verbindungen anderer Bahngesellschaften wie SJ. Die Buchungsplattform der SJ bietet diese Möglichkeit leider nicht.
Wassertaxis
In den Schären ist das einzig adäquate Fortbewegungsmittel ein Boot. Alle, die nicht im Besitz eines eigenen Bootes sind, müssen mit den öffentlichen Fährentaxis vorlieb nehmen.
In den Schären vor Stockholm heißt die Gesellschaft Waxholms Ångfartygs AB, ist aber im Volksmund unter Waxholmsbolaget bekannt. Diese betreibt schon seit 1869 (damals noch mit Dampfschiffen) einen Verkehr zwischen den größeren Inseln. Der Besitzer ist heute der Bezirksrat von Stockholm.
Einen Überblick über alle Schären, die angefahren werden und auch die einzelnen Fahrpläne gibt die Homepage http://www.waxholmsbolaget.com (englischsprachig).
Für Leute, die länger in den Schären unterwegs sein wollen gibt es die Möglichkeit ein 5-Tages-Ticket oder ein Monatsticket zu kaufen.
Auto
Für die Überfahrt von und nach Schweden mit dem Pkw empfehlen sich folgende gängige Fährverbindungen:
| von/nach | Sassnitz | Rostock | Travemünde | Kiel | Frederikshavn (DK) |
|---|---|---|---|---|---|
| Trelleborg | Scandlines | TT-Line Scandlines | TT-Line | - | - |
| Göteborg | - | - | - | Stena Line | Stena Line |
| Malmö | - | - | NordöLink | - | - |
Essen und Trinken
Die schwedische Küche ist ursprünglich die einfacher Bauern und Fischer. Heute ist sie stark überfremdet, und für viele Schweden sind Spaghetti mit Hackfleischsoße oder diverse Pizzasorten fast schon Nationalgerichte, obwohl kein Schwede noch vor 50 Jahren dies als Essen bezeichnet hätte. Das gleiche gilt für die amerikanischen Fastfood-Ketten Mc Donalds und Burger King, die ähnlich wie in Deutschland auch in Schweden sehr weit verbreitet sind.
Die traditionelle Küche:
Grundnahrungsmittel waren die Kartoffel und der Hering. Der größere Hering der Westküste heißt Sill, der kleinere aus der Ostsee Strömming. Früher gab es ihn eingesalzen (saltsill, skarpsill), geräuchert (Bückling) oder in Nordschweden sogar vergoren (surströmming = "Stinkströmming").
Kartoffeln und Sill waren also die Hauptspeisen der einfachen Leute, nur selten aufgelockert durch gebratenen Speck (stekt fläsk) oder gekochte Schälrippchen (revbensspjäll).
Gemüse gab es hauptsächlich in Form von Kohlgemüsen (vitkål, rödkål) oder als Wurzelgemüse (rotfrukter), besonders Karotten (morötter), Pastinaken (palsternacka) und Steckrüben (kålrötter). Aus letzteren bereitete man mit großem Geschick das recht wohlschmeckende Rübenmus (rotmos), das bei Astrid Lindgren erwähnt ist
"Lille jag, lille jag, lille söte Ida, jag vill ha, jag vill ha rotemos till middag."
und das die Leute heute meist nur noch als Fertiggericht aus der Tüte kennen.
Kartoffeln wurden in der Regel einfach nur als Pellkartoffeln zubereitet oder höchstens als Kartoffelbrei oder Reibekuchen (rårakor, raggmunkar). In Småland gibt es eine lokale Variante von Kartoffelknödeln mit etwas Speck drin. Man nennt sie kroppkakor und sie erinnern entfernt an deutsche Knödel.
Eine beliebte Resteverwertung war "Pytt i panna". Kartoffeln und Zwiebeln klein geschnipselt, dazu Fleisch- oder Speckreste, und alles in der Pfanne scharf angebraten. Eine österreichische Entsprechung ist das Tiroler G´röstel. Zur Verfeinerung gibt es heute zum Pytt i panna noch ein Spiegelei und vielleicht ein paar eingelegte Scheiben rote Beete.
Ein wirklich feines traditionelles Kartoffelgericht ist der Fischauflauf "Janssons frestelse" (Janssons Versuchung), der gern zu Weihnachten serviert wird. Dabei besteht er nur aus Kartoffeln, Zwiebeln, Fisch (Anchovis oder Heringe in Würztunke eingelegt "ansjoviskryddade sillfiléer") sowie Sahne oder Crème fraiche. Rezept kann ich bei Bedarf vorhusten.
Traditionell ist auch der blodpudding, eine Art rotbraune Masse aus Blut und Kartoffelmehl. Erinnert entfernt (!!) an deutschen Presssack, ist aber überzuckert. Das braten die Schweden scheibenweise in der Pfanne an und essen es mit Kartoffelbrei (potatismos) und Preiselbeeren. Wenn dieser blodpudding nicht gesüsst wäre, könnte man ihn glatt essen.
Überhaupt haben die Schweden einen Fimmel mit dem Süssen ("godis är gott"). Es gibt massig Naschzeug ("lösgodis") offen zu kaufen. Viel normales Brot ist mit Zucker oder Zuckermelasse (Sirup) leicht gesüsst, was einem deutschen Gaumen nicht immer mundet. Deshalb aufpassen: wenn "osötat" (ungesüsst) auf dem Brotpaket steht, dann besteht Hoffnung auf was Essbares. Sogar der in Schraubgläsern eingelegte Hering (inlagd sill) ist oft verzuckert.
Ein typisches Frühstücksgericht ist Haferbrei (havregrynsgröt) mit Milch oder Dickmilch sowie einem Klecks Marmelade.
Ein typisches Donnerstagsessen ist die traditionelle schwedische Erbsensuppe (ärtsoppa), zubereitet aus gelben Erbsen und Zwiebeln mit eingekochtem durchwachsenem Speck. Wird mit Brot und süssem Senf gegessen. Danach gibt es dann als zweites Gericht Pfannkuchen (pannkakor) mit Marmelade (sylt).
Sprache
Die schwedische Sprache gehört zu den germanischen Sprachen und ist somit recht einfach zu lernen wenn man Deutsch und Englisch kann.
Das Erlernen wird zusätzlich erleichtert, weil Schwedisch ähnlich arm an Beugungsformen ist wie Englisch. Diese Tendenz zur Selbstvereinfachung der Sprache hält auch heute noch an, das ist keine abgeschlossene Entwicklung. Schwedisch verändert sich auch heute noch schneller als Deutsch. Im Vergleich ist die formenreiche deutsche Sprache sehr konservativ d.h. sie ändert sich fast gar nicht. Eine "Rechtschreibreformdebatte" wie in Deutschland wäre hier in Schweden undenkbar.
Lektion 1: Aussprache
Die Aussprache ist zwar - je nach Region - etwas unterschiedlich, doch einige wichtige Unterschiede zum Deutschen sollte man kennen:
- Das "å" (mit Kringel) ist ein echtes "o", manchmal geschlossen (genau wie in "Ofen") und manchmal offen (genau wie in "offen") gesprochen. Dagegen ist die Aussprache des "a" (ohne Kringel) viel "dunkler" als im Deutschen d.h. sie geht ebenfalls in Richtung offenes "o". Ausnahmen hiervon sind die Dialekte in Skåne (südlichste Provinz) und in den schwedischsprachigen Teilen von Finnland.
- Das schwedische e kann genau wie das deutsche e oder ä sein.
- Das schwedische ä ist genau wie das deutsche.
- Das schwedische i ist auch wie das deutsche, nur in manchen Dialekten kommt eine besonders scharfe, spitze Aussprache vor.
- Der schwedische Buchstabe o wird manchmal als o und oft als u ausgesprochen.
- Der schwedische Buchstabe u wird manchmal als u und oft als ü ausgesprochen.
- Der Buchstabe ö ist genau wie im Deutschen.
- Der Buchstabe y bezeichnet einen Laut mitten zwischen i und ü.
- Doppellaute: au wird meistens als au gesprochen, manchmal auch als "o" in Anlehnung ans Französische. Für ei und eu siehe 16.
- Das g wird am Ende meist verschluckt: schreib "jag" - sprich "ja". In der Wortmitte spricht man es als j: schreib "Sverige" - "Sverje"
- ch spricht man als ck: schreib "och" - sprich "ock"
- v spricht man als w: schreib "vi" - sprich "wi"
- Skj, stj werden ähnlich wie unser sch gesprochen, nur etwas weiter hinten im Rachenraum. Genauso wird sk gesprochen, aber nur vor "weichen" Volkalen (e,i,ä,ö).
- Das k wird vor "weichen" Vokalen (e,i,ä,ö) ähnlich wie unser deutsches "ch" in "ich" gesprochen. Es hei+t z.B. "Nychöping" und nicht NyKöping.
- Die Kombination "ei" wird genauso gesprochen, wie sie steht, also e-i, nicht a-i. Auch e-u wird getrennt gesprochen, also e-u, nicht o-i.
- sp und st werden s-t und s-p gesprochen, nicht scht oder schp. Es heisst also S-tockholm, nicht Schtockholm. Und Stockholm wird auf der ERSTEN Silbe betont, nicht auf der zweiten.
- Die Konsonantenfolge rs wird meist als eine Art sch gesprochen. Beispiel: Fors (Wasserfall, Stromschnelle) sprich: Fosch
Lektion 2: wichtige Redewendungen
| Schwedisch | Deutsch |
|---|---|
| Hej, jag heter Hannah och kommer från Tyskland. | Hallo, ich heiße Hannah und komme aus Deutschland. |
| Vad koster en kopp kaffe och en smörgås? | Was kostet eine Tasse Kaffe und ein Butterbrot? |
| Var kan vi tälta? Kan vi tälta här? | Wo können wir zelten? Können wir hier zelten? |
| Får jag låna toaletten? | Darf ich die Toilette benutzen? (Hier in Schweden "leiht" (lånar) man die Toilette.) |
| Jag pratar/talar inte (oder: lite) svenska. | Ich spreche kein (oder: ein wenig) Schwedisch. |
| Jag pratar/talar (bara) tyska, engelska, franska och spanska. | Ich spreche (nur) Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. |
Immer gut - das Wörtchen "tack". Tack kann je nach Stellung im Satz "Danke" oder auch "Bitte" bedeuten. Ein eigenes Wort für "Bitte" gibt es nicht, stattdessen wird der Dank für die erhoffte Hilfeleistung schon bei der Formulierung der Bitte "vorausgezahlt":
| En kopp kaffe, tack. | Bitte eine Tasse Kaffee. |
Natürlich gibt es jedoch eine Formulierung für "Bitte sehr/schön" welche z.B. die Bedienung wünscht, wenn sie die Tasse Kaffee an den Tisch bringt:
| var så god (gesprochen: "warschogud") | Bitte sehr/schön |
Da man das Wort "tack" sehr oft hört, müssen die Schweden demnach ein sehr dankbares Völkchen sein ....
| Tack så mycket | Vielen Dank |
| Tusen tack | Tausend Dank |
Hat man wirklich Hilfe in der Not erhalten und will sich überschwenglich bedanken (aber nur dann), geht auch zu sagen:
| Tack så hemskt mycket | Unheimlich vielen Dank(?) |
fortsättning följer ;-)
Lektion 3: Umgangsformen und Höflichkeit
Als Gruß reicht in der Regel ein einfaches und herzhaftes "Hej" oder "Hejhej". Kann auch zum Abschied verwendet werden, eventuell abgeändert zu "Hej då".
Die Schweden legen keinen großen Wert auf formelle Anreden und Titel. Man ist - meistens - sofort oder nach kürzester Zeit per Du und Vornamen. Unsere deutsche Titelgeilheit ist den Schweden fremd geworden, nachdem sie vor 30-40 Jahren ihre Titel und Höflichkeitsformen abgelegt haben. Diese Entwicklung nennt man "Du-Reform", es war also hier in Schweden nicht immer so hemdsärmelig wie heute. Alte Leute haben die Zeit noch erlebt, als man auch hier formell miteinander umging. Heute weiß man von vielen seiner Mitmenschen eher die Koseform ihres Vornamens als ihren Nachnamen. Fast alle Vornamen werden "verkleinert" und unter Bekannten auch so benutzt. Beispiele:
Per - Pelle | Karl - Kalle | Lars - Lasse | Bo - Bosse | Ulf - Uffe |
Sofia - Fia | Barbara - Babsan | Terese - Tessan | Margarete - Maggan |
Outdooraktivitäten
Das Thema Outdooraktivitäten ist in Schweden schier unerschöpflich. Das ist wohl auch einer der Gründe für die Beliebtheit Schwedens als Reiseziel.
Im Sommer bietet sich Schweden besonders für folgende Aktivitäten an: Wandern, Trekking, Segeln, Kanufahren ...
Im Winter kann man die beeindruckende Landschaft per Backcountry-Ski, Schneeschuhe, Hundeschlitten oder Ski-Bob durchreisen. Nordische Skiarten sind bei den Schweden sehr beliebt und die Möglichkeiten sind unerschöpflich.
Kanu und Kajak
Zum Kanufahren bietet sich Småland in Südschweden mit seinen vielen Seen an.
Der Klassiker unter den Kanutouren in Schweden ist der Dalsland-Kanal. Diese künstliche Verbindung mehrerer Seen ist ein Paradies für alle Wassersportler. Man hat die Möglichkeit Touren von ein paar Stunden bis zu zwei Wochen zu paddeln. Für Leute, die etwas länger unterwegs sein wollen, sind die Schutzhütten und Plumpsklos von Vorteil, die an vielen schönen Stellen aufgestellt sind. Gegen die Entrichtung einer kleinen Gebühr kann man dort übernachten. Es gibt einige Outfitter vor Ort, die Kanus und Ausrüstung verleihen und Transporte von und zu verschiedenen Einstiegstellen anbieten. Diese Region ist sehr gut von Göteborg erreichbar. Der Flughafen dort wird unter anderem von Ryanair angeflogen.
Etwas weiter im Norden befindet sich dann der Glaskogen, in dem man auch sehr gut Kanufahren kann.
Südwestlich von Östersund, an der Grenze zu Norwegen, findet sich der Rogen mit seiner umliegenden Seenplatte. Dieses Gebiet ist sehr abgelegen und praktisch unbewohnt, bietet aber dafür ein einmaliges Naturerlebnis in wahrer Wildnis. Man muss allerdings darauf eingestellt sein, sich über den ganzen Reisezeitraum selbst zu versorgen, außerdem liegen zwischen den Seen lange Portagen an.
Die Schären vor Stockholm sind eine Idylle für Seekajakfahrer. Zwischen mehr als 25.000 Inseln kann man tagelang paddeln.
Wandern und Trekking
Touren
(Jämtland, nördlich von Östersund)
(Jämtland,südwestlich von Östersund)
(Jämtland, südwestlich von Östersund)
Trails
(Halland/Dalsland, von Region Göteborg an der Küste bis zur norwegischen Grenze)
(Lappland, nördlich von Tärnaby)
(Jämtland, westlich von Östersund)
(Småland, Südschweden)
(Lappland, westlich von Kiruna)
(Sörmland, bei Stockholm)
(Der Tjustleden ist ein ruhiger, selten begangener Wanderweg an Schwedens Ostküste und führt quer durch das schöne Småland.)
Ein paar Ergänzungen:
Östgötaleden: http://www.ostgotaleden.se/ (Wanderweg in Östergötland, hängt zusammen mit Sörmlandsleden, Höglandsleden und Ostkustleden)
Bergslagsleden: http://www.fritid.t.se/vandra/vandra.asp (Wanderweg im Grenzgebiet zwischen Närke und Värmland)
Bruksleden http://www.bruksleden.se/ (Wanderweg in Västmanland nordwestlich von Västerås)
Upplandsleden http://www.frilufts.se/uppsala/tips/vandring/upplandsleden/index.html (Wanderweg in Uppland nördlich Stockholm, Gegend von Uppsala)
Und hier eine Heimseite von schwedischen Gleichgesinnten: http://www.utsidan.se/vandring/index.htm
Literatur und Landkarten
Reiseführer
- "Schweden Handbuch" Reise Know-How, Edgar Hoff Verlag ISBN 3-923716-10-9
Wander- und Trekkingführer
Links
- Länderinformation AA
- Schwedischer Jugendherbergsverein
- Reisefieberseite -> Europa -> Schweden
- nordwanderer.de - Wandern im Norden Europas
- bewaehrungsprobe.de - Wanderwege in Schweden
- Kanu-Guide for SE
- wikitravel.org - SE
- Allgemeine Informationen über Schweden in der Wikipedia
- Informationen zum Jedermannsrecht
- Wörterbuch Deutsch-Schwedisch
- Schwedische Grammatik





