Kungsleden (Nord)
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Abisko nach Kvikkjokk
In Abisko startet man in südöstliche Richtung entlang des Abiskojakka. Schon auf den ersten Metern nach dem Kungsleden Portal zeigt sich die natürliche Pracht dieser Wanderstrecke durch einen grandiosen Ausblick auf den Abikujavri. Richtung Alesjaurestugorna geht es am Ufer des Alisjärvi entlang, wobei man ein paar Höhenmeter gutmachen kann.
Die Landschaft ist ausschließlich felsig und karg. Man hat bei guter Sicht herrliche Ausblicke auf die umliegenden Fjällketten. Der Tjäktjapass bildet mit 1200m den höchsten Punkt des gesamten Weges. Nach dem leicht anstrengenden Abstieg gelangt man zur Sälkastugorna, von hier kann man einen Abstecher zum höchstgelegenen Berg Schwedens, dem Kebnekaise, planen.
Weiter Richtung Süden kommt man an einer Samensiedlung vorbei. Man passiert die kleine Hütte Singi und läuft über eine weite Ebene zum Teusajaure, mit gleichnamiger Hütte. Über den 1000m breiten See kommt man mit einem Ruderboot. Steht nur ein Boot zur Verfügung so muss 3x gerudert werden, um das andere Ruderboot zu holen. 15km später ist man in Vakkotavare angekommen. Die Fjällstation dient außer als Übernachtungshütte auch als Bushäuschen für die 30 minütige Fahrt nach Kebnats. Per Motorschiff geht es an andere Ufer des Sees.
Das Terrain wird grüner. Man durchwandert eien Nadelwald, der allmählich in einen Birkenwald übergeht. Einige Kilometer weiter beginnt das Kahlfjäll. Es geht wieder hinunter zu einer Hütte am Rande des Sitojaure. Auch hier ist eine Bootsfahrt unumgänglich. Entweder man fragt in der naheliegenden Samisiedlung, ob man per Motorboot an gegenüberliegende Ufer kommt, oder aber man rudert selbst. Man passiert leicht sumpfige Gebiete und gewinnt fortlaufend an Höhe. Nun ist das berühmte Rapadal zu sehen. Das grüne Flußdelta ist bekannt für artenreichtum bei Flora und Fauna. Von Aktse, der nächsten Unterkunft, kann man per Boot ins Rapadal übersetzen.
Wir setzten unsere Reise Richtung Kvikkjokk fort. Die Landschaft wird ein letztes mal abwechselungsreich zwischen grün und karg. Kvikkjokk ist ein kleines Dörfchen mit Straßenanbindung und Fjällstation. Der Campingplatz hat unseren Erfahrungen nach geschlossen. Hier endet das Abenteuer. Die Bushaltestelle für den Bus nach Jokkmokk ist vor der einzigen Einkaufsmöglichkeit des Dorfes, dem Landhandel, hier kann man günstig Kaffee und Kuchen essen und die sich somit die Warterei versüßen.
Kvikkjokk nach Jäkkvik
Man setzt seine Tour fort, indem man ein Boot besteigt und sich nach Mallenjarka fahren läst. Das kostet etwa 120 SKr. Von dort geht der Weg relativ steil bergauf, bis man nach einigen Kilometern in lichteren Bergwald kommt. Noch ein bischen weiter bergauf und man hat nach rund 14 Km die Tsjelekjákstuga erreicht. Die Hütte ist eigentlich mehr als Notunterkunft gedacht, aber sie bietet einen Ofen, und zwei Liegen, auf denen man auch übernachten kann, wenn man eine Isomatte dabei hat. Außerdem gibt es noch eine Trockentoilette und etliche schöne Aufstellmöglichkeiten für ein Zelt. Meines wissens nach muß man für eine Übernachtung in der Hütte nichts bezahlen, es waren auch keine Kasse oder Zahlscheine vorhanden.
Etwa 2 Km nach der Hütte beginnt dann das Kahlfjäll, und man läuft in einem Tal auf ca. 800 m zwischen dem Sjpietjamválle (1020 m) und dem Sjepietjam (1168 m) hindurch um dann am Góabddábakte (1266 m) vorbei wieder abzusteigen. Bei warmem Wetter wäre es zu empfehlen hier oder nur etwas weiter unten zu Zelten, da es auf dem weiteren Stück bis Västerfjäll sehr sumpfig ist und auch nur wenige Zeltstellplätze vorhanden sind, die dann aber von umso mehr Mücken (Sápmi-Air-Force) bevölkert sind. In der nähe von Västerfjäll quert man dann über zwei größere Brücken den Abfluß des Fálesjávrre (möglicher Zeltplatz mit Trockentoilette) und läuft eine Zeit entlang das Tjieggelvas (nochmal eine schöne Zeltmöglichkeit (besser als die vorherige)) und längere Zeit durch relativ dichten Birkenwald mit einigen sumpfigen strecken. Auch ist der Weg im Wald nicht bessonders gut markiert. Man überquert noch zwei Brücken und erreicht nach etwa 12 Km die Tjäurakátan. Die Kothe ist offen, und man kann, sofern man Holz findet und weiß was man tut, darin ein Feuer machen und evtl. Kleider oder Schuhe trocknen. Aber bitte nicht wieder die Hütte abbrennen lassen, wie vor einigen Jahren geschehen.
Von der Tjäurakátan bis Vuonatjviken, der nächsten Stelle an der man ein Boot besteigen muß, sind es ungefähr 20 Km. Auf dem Weg überquert man den nördlichen Polarkreis (es gibt ein Schild) und man könnte auch dort an einenm schönen Fluß zelten. Einige Feuerstellen zeugen auch davon, dass auch andere schon diese Idee hatten. In Vuonatjviken einem winzigen Hof mit mehreren Touristenhütten gibt es wieder ein Boot, das einen Über den Riebnes bringt. Je nachdem wieviele Leute transportuiert werden, scheint der Preis für die Überfahrt zwischen 150 und 200 Skr zu variieren. Wer hier noch genug Power hat um auf der anderen Seeseite 300 Höhenmeter relativ Steil aufzusteigen kann oben im Fjäll sehr schöne Zeltplätze finden. Es gibt auch eine kleine Renwächterhütte, die aber verschloßen ist.
Normalerweise macht der Bootsführer oder seine Frau bei der Überfahrt einen Termin aus, wann man am anderen Ende der Halbinsel von einem anderen Fischer abgeholt werden will. Ich habe für die Überquerung von 7 km ca zwei bis zweieinhalb Stunden gebraucht, allerdings habe ich auch oben übernachtet. Wer sich extrem viel Ziet läßt kann vielleicht auch 4 Stunden brauchen, aber dann muß man schon sehr trödeln. Nachdem man auf ca. 800 m übernachtet hat oder gelaufen ist, steigt man etwa 350 Höhenmeter ab und findet den Bootssteg etwas links von den Häusern. Falls man viel schneller war als geplant, kann am den Bootsführer anrufen und fragen ob er nicht früher kommt (Tel: +46 (0)961-21142 oder +46 (0)70-6927923 (Bosse)) es gibt aber noch einen anderen Fährmann, dessen Nummer ich nicht habe. Die Überfahrt dauert ca. 30 Minuten und kostet 100 Skr, wobei ich mit noch drei anderen Wanderern gefahren bin.
Nun ist man schon in Jäkkvik angekommen und kann entweder direkt am Anleger Zelten (40Skr/Nacht + 10 Skr/Dusche) oder schnell Zum Lebensmittelladen / Tankstelle gehen, seinen Proviant auffüllen und gleich weiter Richtung Adolfström laufen. Von Hier gibt es auch einen, in der Schulzeit zwei Busse nach Arvidsjaur bzw. Richtung Skelefteá und einen Bus richtung Bodö. Wer zur Bahn möchte fährt nach Jörn und kann dort den Nachtzug nach Stockholm erreichten. Von Jäkkvik aus kann man auch in ein paar Stunden den Pieljekaise besteigen oder im Pieljekaise Nationalpark wandern. Ansonsten hat Jäkkvik nicht bessonders viel zu bieten, was bei ca. 29 Einwohneren auch nicht wirklich verwunderelich ist.
Anzumerken bleibt noch, dass es sich bei dieser Etappe um eine etwas einsamere auf dem Kungsleden handelt. Da es nur eine Hütte gibt sollte man ein Zelt dabei haben, um nicht Etappen von 30 Km und mehr laufen zu müssen.
Karte: Fjällkarta BD 14 Kvikkjokk-Jäkkvik
Hemavan nach Ammarnäs
Da der Kungsleden von sehr vielen Wanderern begangen ist, ist er auch sehr gut hergerichtet. Man braucht eigentlich kein Zelt mitnehmen, wenn man genug Geld für Hüttenübernachtungen hat. Alle 20 km findet man eine Hütte, wo man sich auch versorgen kann.
Die Landschaft ist durch besonders hohe Berge gekennzeichnet, die wegen der Höhe und der Nähe zum Polarkreis oftmals kaum bewachsen sind. Auf dem Weg ist der Sytertoppen N, der zum Besteigen einläd. Das ist allerdings nur möglich, wenn kein Schnee liegt, sonst ist er zu steil. Mit Gepäck ist das sehr extrem, aber ohne Gepäck ein schöner Ausflug.
Wenn man aus den Bergen herauskommt, überquert man einige Seen und Flüsse auf aufwändigen Brückenkonstruktionen. Die weitere Wanderung ist sehr schön mit herrlichen Aussichten auf die umliegenden Berge. In der Nähe von Ammarnäs geht es dann an alten Samenblockhäusern vorbei.
Nachts kann es recht kalt werden und in Bezug auf das Wetter sollte man sich auf alles vorbereiten, da es sich oft schlagartig ändert.
Insgesamt kann man die etwa 70 km lange Strecke mühelos in 4 Tagen bewaeltigen. Die Busverbindungen nach Hemavan und von Ammarnäs aus sind ordentlich.
Besonderheiten technischer Art
- Schwierigkeitsgrad der Tour und Länge: recht einfach, Länge nach Belieben.
- Anfahrt: Grundsätzlich recht problemlos.
- Nahrungsversorgung: In Hemavan und Ammarnäs gibt es Läden, sonst kann man auch ein bisschen was in den vielen Hütten auf dem Weg kaufen.
- Karten: Fjällkarte AC2 für Hemavan - Ammarnäs
- Notwendige Ausrüstung: Das Übliche.
- Klimainformationen: Kühl und schwedisch...
- Sonstige wichtige Besonderheiten: Nix - ist halt ne Wandererautobahn.
Orientierung
Karte und Kompass reichen zur Orientierung völlig aus, sollten aber auf jeden Fall dabei sein, auch wenn der Weg meistens gut markiert (und ausgetreten) ist.
Folgende Karten braucht man (Alles Fjällkartan 1:100'000 von Lantmäteriet)
- Abisko - Singi BD6 Abisko-Kebnekaise-Narvik
- Singi - Vakkotavare BD8 Kebnekaise-Saltoluokta
- Saltoluokta - Kvikkjokk BD10 Sareks nationalpark
- Kvikkjokk - Jäkkvikk BD14 Kvikkjokk-Jäkkvikk
- Jäkkvikk - Ammarnäs BD16 Vuoggatjålme-Ammarnäs
- Ammarnäs - Hemavan AC2 Tänaby-Hemavan-Ammarnäs
Anreise
Die Anreise zum nördlichen Kungsleden erfolgt wohl meistens mit dem Zug Göteborg/Stockholm - Kiruna - Abisko - Narvik, deshalb beschränken sich die Hinweise auf die Anreise darauf, wie man von dieser Bahnlinie zu den Ausgangspunkten kommt. Alternativ bieten sich natürlich auch Inlandsflüge nach Kiruna bzw. Gällivare an, beide Städte liegen ebenfalls an dieser Bahnlinie. Die an den öffnetlichen Verkehr angeschlossenen Orte von Nord nach Süd.
- Abisko: Der Zug hält direkt an der STF Fjällstation (Bahnhof Abisko Turiststation) wo auch der Kungsleden beginnt, alternativ fahren auch Busse ab Kiruna (Teilweise direkt ab dem Flughafen)
- Singi: Von hier kehren viele Schweden schon wieder in Richtung Zivilisation zurück. Über die Kebnekaise Fjällstation kommt man in 2 Tagen nach Nikkaluokta. Von dort fahren Busse nach Kiruna.
- Vakkotavare: Der Bus von Gällivare nach Ritsem hält direkt vor der Fjällstuga.
- Saltoluokta: Der Bus von Gällivare nach Ritsem hält am Bootsanleger Kebnats auf der anderen Seeseite, das STF Boot fährt jeweils im Anschluss an den Bus.
Das Teilstück Vakkotavare - Kebnats legt man am besten mit dem Bus zurück, der Kungsleden ist hier unterbrochen und 30km Strasse liegen zwischen den beiden Orten.
- Kvikkjokk: Dirkter Bus nach Murjek (Bahnhof) über Jokkmokk
- Jäkkvik: Der Bus von Skellefteå nach Bodø (N) fährt über Jörn (Bahnhof) - Arvidsjaur - Arjeplog nach Jäkkvik
- Adolfstöm: Auch von hier gibt es sporadische Busverbindungen mit Umsteigen in Laisvall nach Arjeplog und von dort weiter nach Jörn.
- Ammarnäs: Mit umsteigen in Sorsele gibt es Busverbindungen nach Umeå oder Östersund (Bahnlinie nach Trondheim (N))
- Hemavan: Busverbindung nach Vännäs bzw. Umeå oder Mo i Rana (N)
Alle Verbindungen sind auf http://www.resplus.se zu finden, einzig für die Verbindungen nach Adolfström ist allenfalls etwas Suche in den PDF-Fahrplänen auf http://wwww.lntbd.se nötig, aber dieser Ort ist wohl eher als Notausstieg zu betrachten, das deutlich leichter zu erreichende Jäkkvik liegt nur 17 km entfernt.
Weitere Informationen
- Autor(en):
Simeon Lange (Buschtrommler)
--Mr.Magoo 21:30, 27. Aug 2005 (CEST)
- Informationsseite(n):
Reisefieberseite -> Europa -> Schweden





